Kräuterkunde: Frauenmantel

Seit vielen Jahren schon leide ich an sehr starken Menstruationsbeschwerden. Sie sind oft so heftig, dass ich die ersten zwei Tage fast ausschließlich mit rumliegen verbringe und mich vor Schmerzen im ganzen Körper krümme. Allerlei chemische Mittelchen die man mir über die Jahre verschrieb halfen nie oder nur kurzweilig. Selbst die meisten Schmerzmittel zu denen ich ab und zu im Notfall griff, halfen schnell nicht mehr. So hielt ich es irgendwie aus und versuchte mir die wenigen Tage mit warmen Dinkelkissen und verschiedenen Tees so aushaltbar wie möglich zu machen. Doch der Zustand konnte so nicht bleiben. Ich recherchierte schon des Öfteren mal über verschiedene Kräuter die gegen die Beschwerden helfen, aber verwarf die Idee meist. Letztes Wochenende hatte ich Besuch von einer sehr guten Freundin, die mich wieder auf die Kräuter brachte und so kaufte ich noch am gleichen Tag in der Apotheke 80 Gramm Frauenmantel für 4,24 €uro.

Für eine Tasse Tee genügt ungefähr ein 3/4 Teelöffel Kraut, weshalb die 80 Gramm vermutlich Ewigkeiten halten. Der Tee an sich hat einen sehr milden Kräutergeschmack, was mir besonders gut gefällt, da ich eher Früchtetee trinke. Die Wirkung kam relativ schnell und so war das Wochenende gleich viel erträglicher. Nein, die Schmerzen und das Drücken und Ziehen im Unterleib waren nicht komplett verschwunden, aber viel leichter auszuhalten. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Monat wo ich den Tee gleich am ersten Tag probieren werde. - Habt ihr auch Erfahrungen mit dem Frauenmantelkraut? Und was macht ihr gegen starke Menstruationsbeschwerden?


Frauenmantel

(weitere Namen sind u.A.: Alchemilla, Tränenschön, Gänsefuß, Alchemistenkraut, Frauentrost, Marienkraut, Sintau, Weiberkittel, Gewittergras, Trauermantel)

…ist ein Rosengewächs und ist bevorzugt auf Wiesen, lichten Wäldern und Gebüschen zu finden. Ein typisches Kennzeichen des Frauenmantels sind die angesammelten Tautropfen in der Mitte der leicht gefalteten Blätter. Dort wachsen ab Mai auch kleine zart-gelbe Blüten. Die Sammelzeit endet im September.

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Phytosterin, Glykoside, ätherisches Öl

Warnung! Frauenmantel darf nicht in der Schwangerschaft verwendet werden.

In der Volksheilkunde sagt man dem Frauenmantelkraut eine Heilwirkung auf fast alle Körperbereiche nach. Die Hauptanwendung des Krauts liegt aber bei Frauenkrankheiten, wie der Name bereits verrät. Es wirkt beruhigend, krampflösend, blutreinigend, harntreibend und allgemein stärkend.

Anekdoten und weitere Anwedungsgebiete

Im Alpenraum verzehren die Alten das Kraut heute noch, weil es keineswegs nur die weiblichen Organe stärkt, sondern auch (aufgrund der enthaltenen Phytosterine) die Potenz erhält. Quelle

Das Kräutlein treibt ein rundes Blatt
Wie keines ringsherum es hat.
Mit zierlich eingekerbtem Rand
Ist für den Tau es angespannt,
Recht als ein Schälchen hingestellt,
in welches Perl’auf Perle fällt.
So hebt es auf des Himmels tau,
der niedersinkt auf Flur und Au’,
Manch Elflein gegen Morgen kommt,
das dürstet, dem zu trinken frommt,
Schöpft aus dem Schüsselchen und spricht:
Ein bessres Labsal gibt es nicht (Johannes Trojan)

Die Tropfen wurden früher auch gesammelt, um sich damit das Gesicht zu waschen – für eine schöne Haut und gegen Sommersprossen.Im Mittelalter sammelten auch die Alchimisten die Wassertröpfchen vom „Synnaw” – waren sie doch von der Pflanze gefiltertes und verfeinertes Wasser, also eine Art natürliches Destillat. Sie verwendeten den “Sonnenthau” zur Bereitung des „Steins der Weisen”, jener geheimnisumwobenen Substanz, die alle unedlen Metalle in Gold und jede Krankheit in Gesundheit verwandeln soll. Später gab der Frauenmantel, der seinen Namen von der Form seiner Blätter, die früher mit dem Umhängemantel Marias verglichen wurden, bekam und traditionell bei allen möglichen “Frauenleiden” angewendet wurde, eine ideale “Marienblume” ab . Er „pflanzt sich, ganz im Sinne der unbefleckten Empfängnis, nur eingeschlechtlich fort” . Und weil die Alchemilla das Wasser aus dem Boden aufnimmt, es reinigt und schließlich wieder an den Himmel abgibt, wollten die Christen im „Himmelstau” sogar den Läuterungsprozeß der Seele erblicken. Quelle

Außerdem ist Frauenmantel hilfreich bei Akne, Darmstörungen und Durchfall, Wechseljahrbeschwerden, Mund- und Rachenentzündungen, Starke Menstruationsblutungen, Zahnfleischentzündungen, Kehlkopfentzündungen, Trockene Haut, verdorbenen Magen, Eiterungen, Erkältung, Fieber, Nachtschweiss, Geschwüre uvm.

Dennoch rate ich euch bei sehr ernsten Beschwerden zuerst einen Arzt aufzusuchen!

- Sıçan

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